11.04.2016 │ Tanzgruppe │ Vielfalt

Projekt-News

Die Bässe wummern durch die Wände des Jugendzentrums Nord in Lehrte, schon auf dem Parkplatz ist 50 Cent mit seinem Lie...

Die Bässe wummern durch die Wände des Jugendzentrums Nord in Lehrte, schon auf dem Parkplatz ist 50 Cent mit seinem Lied „Candy Shop“ zu hören. Immer wieder beginnt der Song von vorne. Das liegt aber nicht daran, dass ausgeprägte Fans des Musikers die Stereoanlage in Beschlag genommen haben. Nein, sieben Mädchen und ein Junge der Tanzgruppe des SV Yurdumspor üben eifrig an der neuen Choreografie für ihren nächsten Auftritt. Sie bewegen sich gekonnt zum Rhythmus, strecken Arme und Beine von sich, verbiegen ihre Körper und umgarnen den 14-jährigen Tänzer Jeremy. Alle acht haben dabei eines gemeinsam: Sie strahlen während des Tanzens durchweg. Es ist einfach ihre große Leidenschaft. Und die Begeisterung ist inzwischen sogar noch größer geworden. In dem neuen, einheitlichen Outfit, bestehend aus weißen, bauchfreien Tops, Latzhosen und Sneaker-Schuhen. „Die Sachen sehen klasse aus“, sagt Lea. „Damit machen wir jetzt optisch deutlich mehr her“, ergänzt Tanztrainerin Dilay Özdemir. Jeden Donnerstag kommt die Tanzgruppe für zwei Stunden im Jugendzentrum Nord zusammen und tanzt zu Hip- Hop, Rock, Pop oder indischer Musik. Trainerin Özdemir bindet die Jugendlichen bei der Entscheidung über mögliche neue Lieder und Choreografien mit ein. Etwa einen Monat brauchen die Tänzer, um ein neues Stück grundlegend einstudiert zu haben. „Danach geht es an den Feinschliff“, sagt Özdemir. Ihrem kritischen Blick entgeht dabei nichts. So kommt es häufiger vor, dass die Lieder immer wieder von vorne gespielt werden müssen. Die Trainerin ist erst zufrieden, wenn jeder Schritt und jede Drehung perfekt abgestimmt sind. Doch das Tanzen am Donnerstag reicht vielen nicht. Die Gruppe hat sich inzwischen zu einer eingeschworenen Gemeinschaft entwickelt. So trifft sie sich oft privat und übt im Garten oder im Wohnzimmer die neuesten Bewegungen ein. „Die Jugendlichen sind sehr ehrgeizig“, sagt Özdemir. Das Miteinander ist außergewöhnlich freundlich – trotz verschiedener Nationalitäten. Den Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren hat sich vor vier Monaten auch der gebürtige Spanier Jeremy angeschlossen. „Anfangs war es schon komisch, mit Mädchen zu tanzen, ich war zunächst sehr zurückhaltend“, sagt der Teenager. Doch die Scheu hat er schnell abgelegt: „Jetzt finde ich es richtig gut, dass ich der einzige Junge bin. Ich hoffe, es bleibt so“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Doch das gemeinsame Tanzen hat noch weitere erfreuliche Nebeneffekte: „Hier werden das Selbstbewusstsein und die Teamfähigkeit enorm gestärkt“, sagt Dirk Ewert, Integrationsbeauftragter des Vereins.

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